Verfasst von: gek09 | 1. Juli 2009

Einheit in der Vielheit

Was hat der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz mit dem kürzlich verstorbenen Musiksuperstar Michael Jackson gemein? – Nase? Kinn? Weiße Socken? – Nein, nichts von dem. Aber behalten Sie die Frage im Hinterkopf, wir kommen gleich darauf zurück.

Leibnizdenkmal in Hannover

Leibnizdenkmal in Hannover. © AxelHH Wikipedia

Die Uni Hannover feiert heute aus Anlaß ihrer Umbennung im Jahr 2006 den dritten Leibniz-Tag. Über den berühmten Namensgeber der Uni und seinen schriftlichen Nachlaß wird seit einigen Jahren wieder intensiver geforscht. Als Abschluß der Arbeiten vom letzten Sommersemester ist heute die lesenswerte Broschüre „Leibniz und Hannover“ erschienen. Hierin finden sich u.a. stichwortartig Vita, Werk und Denkansätze des Gelehrten sowie ein Stadtrundgang auf den Spuren des großen Denkers. Unter „Zwölfmal Nachgefragt“ können wir dann auch Leibniz’ Thesen zur Theodizee (Rechtfertigung Gottes zum Vorwurf der Unvollkommenheit der Schöpfung) nachlesen.

Für Leibniz gibt es keinen Zweifel an der Existenz Gottes. Unsere Welt ist die beste aller möglichen Welten, sie besitzt einen maximalen Reichtum von Momenten und in diesem Sinne die größtmögliche Mannigfaltigkeit. Das heißt jedoch nicht, dass sie sich in einem absolut vollkommenen Zustand befindet, denn dies wäre unvereinbar mit dem göttlichen Schöpfungsplan und der Idee von der menschlichen Freiheit. Leibniz’ optimistische Weltsicht, die auf seiner Substanzlehre (Monadologie) beruht, verpflichtet zur Verbesserung der Welt und stellt die Forderung damit bei sich selbst an zu fangen.

Womit wir bei einem großen Hit des „King of Pop“ wären. Denn im Refrain zu „Man In The Mirror“ hören wir: „If you wanna make the world a better place, take a look at yourself and make a change„. Dies hat der harmoniebestrebte Leibniz selbst vorgelebt, in dem er sich z.B. für die Reunion der Kirchen und den friedlichen Dialog zwischen den Weltreligionen eingesetzt hat. In diesem Sinne einen schönen Leibniz-Tag und einen erkenntnisreichen Leibniz-Sommer.


Antworten

  1. Was von Leibniz übrigblieb – HAZ vom 1.7.2009

    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Was-von-Leibniz-in-Hannover-uebrig-blieb

    Phil. Essays im Hist. Museum prämiert – HAZ vom 4.7.2009

    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Philosophische-Essays-im-Historischen-Museum-praemiert


Einen Kommentar hinterlassen

Ihre Antwort:

Kategorien